Da es mal wieder einen Amoklauf gab flackern ueberall mal wieder die Diskussionen zum Thema Schusswaffen auf…
Normalerweise halte ich mich aus Ruecksicht auf meinen Blutdruck aus diesen Diskussionen gezielt heraus aber heute gab es eine Ausnahme. Auf Twitter geriet ich mit @kojote in ein Streitgespraech. Ausloeser war @kojotes tweet „Ich sprech das Thema ja ungerne an, aber warum gibt es immer noch LEGALE Waffen in Deutschland?“
Wer sich fuer die Diskussion interessiert kann diese ja auf twitter nachlesen. Hier im Blog moechte ich nur nochmal meinen Standpunkt zu einzelnen Punkten und dem Thema insgesamt klarstellen:
Generelle Punkte
Amoklaeufe sind sicherlich eine schlimme Sache und sollten wenn es geht verhindert werden. ABER im globalen Geschehen sind sie nicht einmal ein Tropfen auf dem heissen Stein. Um die tausenden von menschen die z.B. jeden Tag in Afrika vor Hunger oder Krakheiten sterben schert sich z.B. kein Schwein und auch hinter jedem dieser Toten steht eine trauernde Familie und Angehoerige.
Die Forderung nach Abschaffung legaler Waffen ist mal wieder so eine ungenaue Pauschalforderung. Gemeint sind hier natuerlich legale Schusswaffen, wie sie in Schuetzenvereinen Verwendung finden.
Ausserdem laesst der Aufschrei nach einem generellen Waffenverbot mal wieder ausser Acht, dass im Zweifelsfall alles (auch Haushaltsgegenstaende wie z.B. ein Kuechenmesser) als Waffe dienen kann. Nur spricht man dann meist von einem Familiendrama statt einem Amoklauf. Die Opfer sind aber hinterher genausotot.
Thema Verbietung legaler Schusswaffen
Die meisten Amoklaeufe wurden meines Wissens nach mit illegal erworbenen Schusswaffen durchgefuehrt. Eine Verbietung der legalen Waffen haette also in diesen Faellen absolut keinen Unterschied auf das Endergebnis gemacht
Aber was ist mit den Amoklaeufern, die Ihre Waffen aus dem Waffenschrank der Eltern haben? Haette das nicht verhindert werden koennen wenn Waffen generell verboten waeren? Jein, einerseits vielleicht, andererseits gibt es genuegend Quellen illegale Waffen in Deutschland aufzutreiben. Fakt ist jedoch, dass bei ordnungsgemaesser Lagerung (abgeschlossener Waffenschrank, Schluessel ausserhalb des Zugriffs unbefugter Personen, getrennter Lagerung von Munition und Waffen) keiner der Amoklaeufer Zugriff auf die Waffen gehabt haben duerfte. Wie wir leider wissen war das nur graue Theorie und die Praxis sah anders aus.
Wie waere es mit einem Kompromiss? Waffen duerfen daheim gelagert werden, Munition aber nur noch in den Schuetzenheimen und Ausgabe durch Munitionsbeauftragte. Im Prinzip recht guter Plan, ausser dass Waffen und Munition schon heute raeumlich getrennt zu transportieren sind. Die zusaetzliche Neuerung des Munitionsbeauftragen und Begrenzung auf Schuetzenheime wird schon durch Transport zu Auswaertskaempfen unterwandert. Ausserdem wird der Munitionsbeauftrage in einem SV garantiert mehrfach besetzt sein da eine Person alleine nicht bei allen Trainings und Rundenkaempfen anwesend sein kann/will. Bei kleinen Vereinen kann es also durchaus vorkommen, dass ein Grossteil der aktiven Vereinsmitglieder auf einmal entsprechend befugtes Personal sind. Mal gnaz davon ausgenommen, dass bei einer entsprechenden Intention, Munition sehr leicht nach und nach rausgeschmuggelt werden kann in kleinen Mengen.
Wuerden die Amoklaeufe nicht aber trotz allem sinken wenn es keine legalen Waffen mehr gaebe?
In meinen Augen halt immer noch nein. Darueber mag man sich halt streiten. Aber folgende Punkte sprechen fuer mich dagegen:
Die vorgeschlagenen Verbote/Verschaerfungen ziehen immer nur bei Leuten, die sich im Rahmen dieser Verbote/Verschaerfugnen bewegen. Jemand der einen Amoklauf begehen will bewegt sich soweit ausserhalb der normalen Regeln, dass diese fuer Ihn/sie keine Anwendung mehr finden.
Die Verbote/Verschaerfungen moegen es unter ganz bestimmten Bedingungen erschweren an die fuer Amoklaeufe benoetigten Materialen zu kommen, aber es gibt immer auch andere Wege an solches Material ranzukommen. Ein Grossteil der von Amoklaeufern erworbenen Waffen war meines Wissens nach nicht legal erworben.
Gerade in sozialen Brennpunkten ist es oft ein leichtes an gebrauchte Schusswaffen heranzukommen, vor allem wenn man nicht drauf bedacht sein muss, ob die Waffe u.U. eine Vorgeschichte haben koennte.
Die Waffen an sich sind auch in meinen Augen nicht das Problem. Das Problem sind die Gruende, die eine Person dazutreiben einen Amoklauf durchzufuehren. Dies sind meist starke Probleme im persoenlichen/sozialen Umfeld auf die von der Person einfach kein anderer Ausweg mehr gesehen wird. In meinen Augen gilt es eher hier anzusetzen und solche Situationen shcon fruehzeitig in Ihrer Entstehung zu verhindern.
Fazit
Eine weitere Verschaerfung des Waffengesetzes wuerde in meinen Augen keinen Schutz vor Amoklaeufern bringen. Es waere nur eine weitere nutzlose Massnahme, die hoechstens dafuer sorgt, dass die gefuehlte Sicherheit steigt und auch das nur bis zum naechsten Amoklauf. Auch gezielte Massnahmen zur besseren Integration von sozial isolierten Personen wird vermutlich keine wirklich messbare Verbesserung bringen (Immerhin gibt es keinen Referenzwert wieviele Amoklaeufe pro Jahr normal sind), aber sie ist fuer mich die gefuehlt effektivere Massnahmen., Letztendlich ist es aber eine Diskussion um des Kaisers Bart, Amoklaeufe werden sich in Zukunft auch leider weiter ereignen. Denn die ideale Gesellschaft ist leider wie alles ideale leider nur ein Wunschtraum…
